Sprint-Cup 2016 oder „Never change a running system“

Endlich ist es wieder soweit!

Für mich – und einige andere – war es das erste Rennen seit dem Super-Cup im letzten Jahr, die Spannung war also groß… und wir wurden nicht enttäuscht und konnten das Thema Kart-Fahren richtig auskosten.

Oder so ähnlich… wir sind als fast Letzte auf der Strecke gegen kurz nach 23:00 Uhr vom Parkplatz gerollt. Wenn man bedenkt, das wir gegen 19:00 Uhr da waren ein gut gefüllter Abend auf der Kart-Bahn.

Was ist passiert?

Ich hab keinen Plan, wie ich diese Erfahrung in Worte fassen soll.

Sandra hatte auch keine, und Holger meinte nur: „Das hat noch Zeit“ und war gaaaanz schnell weg. Ich vermute also mal, ihm sind auch die Worte ausgegangen.

Die Jungs von der Kart-Bahn hatten die tolle Idee eine komplett neue Software für die Kundenverwaltung und die Zeitnahme einzurichten. Leider machte diese Software…
sagen wir: „Noch nicht ganz das, was von ihr erwartet wurde…“

Das erste Problem war schon mal, dass die Daten aus dem alten System nicht übernommen werden konnten, es musste sich also jeder Fahrer einen neuen Kundendatensatz erstellen und bekam eine Karte in die Hand gedrückt.

An sich kein Problem, da vier oder fünf Plätze dafür zur Verfügung stehen. Wenn aber – zusätzlich zu den Freizeitfahrern – unsere ganze Horde anrückt und alle erst einmal wieder runter geschickt müssen. Und dann ist ja auch die Eingabe von Name, Adresse und Schuhgröße am Computer nicht jedermanns Sache und da zusätzlich noch ein Foto gemacht und jede Menge andere Daten eingegeben werden mussten zog sich das ein wenig..

Kurz: Bis wir damit durch waren, waren wir schon 20 – 30 hinter der Zeit zurück als die ersten Fahrer überhaupt ein Kart aus der Nähe zu sehen bekamen.

Die Qualy war schnell abgehandelt, aber dann…

Wie gesagt: Neue Software auch für Zeitnahme.
Die Jungs unten an der Strecke hatten die gleiche Anzeige wie wir, und die wechselte Erstens sehr schnell zwischen die verschiedenen Bildern und zeigte Zweitens das Ergebnis nur im Race-Modus an, es war also nicht nach Best Lap, sondern nach Zieleinlauf sortiert.

Nach viel hin-und-her, zwei Versuchen und Karts in der Startaufstellung per Hand zurückschieben hatte die Boxen-Crew es endlich geschafft die Fahrer in die richtige Startreihenfolge zu bringen. Da die Reifen durch die Verzögerung – waren noch mal gut 20 – 30 Minuten nur um die Karts nach der Qualy in die Startreihenfolge zu bringen – mittlerweile Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt hatten wurden noch drei Aufwärmrunden eingebaut und dann konnte das erste Rennen des abends mit ca. einer Stunde Verspätung endlich losgehen.

Parallel zu dem Ganzen saß irgendwo ein Verantwortlicher der Bahn fast durchgehend mit dem Hersteller der Software in Amerika am Telefon und die Jungs jenseits des großen Teichs haben live und in Farbe den Code und die Einstellungen der Software umgeschrieben. Die Telefonrechnung möchte ich nicht sehen,

Nestle konnte hier schon mal ein deutliches Ausrufezeichen setzen und mit drei Fahrern das komplette Feld deklassieren. Nur Luigi hing irgendwo im Nirgendwo (und nachdem ich später auf dem Kart gefahren bin weiß ich auch warum).

Den Kampf um die Plätz konnte dahinter der TÜV Nord vor Simplex 2 für sich entscheiden.

Zweites Rennen, gleiches Spiel: Qualy läuft sauber durch, bis die Karts sich dem Thema Startaufstellung auch nur nähern vergeht wieder eine Ewigkeit.

Und hier geht dann wirklich alles schief.

Vorher sind schon im System auf 2 – 3 Karts andere Fahrer angesetzt worden, als auf Holgers Vorlage. An sich kein Problem, aber ich glaube der Oehme war nicht so glücklich statt dem Sieger-Kart die Krücke des Tages abzubekommen.

Für die Team-Wertung im Rennen hätte das wohl nichts geändert, auch wenn es vielleicht nicht ganz so eindeutig geworden wäre, ich hoffe nur, dass die Punkte am Ende nicht fehlen.

Dann hatten sie endlich fasst alle Karts einigermaßen grade ins Grid gestellt, dabei aber Cindy vergessen… kein Plan, wie man das machen kann, mit ihrem leuchtend gelbem Helm.

Sie versuchten eine erneute „Einführungsrunde“ zu vermeiden, in dem Sie Cindy zwischen die beiden Startreihen stellten – leider nicht an die Position, wo sie hingehört hätte.

Trotzdem wurde der Start freigegeben – und sofort wieder abgewunken. Hat natürlich erst einmal gut gescheppert, da das nicht jeder sofort mitbekommen hat (vorn stand ein Pulk von Karts drei neben-, und fünf übereinander). Dann hieß es „fahrt los“. Ein Großteil der Fahrer dachte – wie ich – eine Runde locker rumrollen und wieder in der Startaufstellung sammeln, andere gaben gleich richtig Gas.

Und tatsächlich hatten die Gasgeber recht : Das sollte der Start gewesen sein!

Die Boxen-Crew sagte sich wahrscheinlich „Das fällt jetzt auch keinem mehr auf!“

Airbus konnte sich trotz des „etwas“ gewöhnungsbedürftigen Starts gegen Telefonica 1durchsetzen, Eurogate 3 hatte das Nachsehen.

Im Dritten Stint durfte ich – mit einer Stunde Verspätung – auch endlich ins Kart. Leider in der Krücke, mit der Marco eben verreckt ist. Damit ist natürlich für so einen Figurverstärkten wie mich nichts zu reißen.

Ich konnte mir also das Rennen schön von hinten anschauen. Obwohl… so viel zu schauen gab es da gar nicht. Bis auf den Hemp, der neu auf der Strecke mit seinem viel zu schnellen Kart und den Kurven kämpfte waren fast alle anderen recht schnell aus den Augen aus dem Sinn.
„Feindkontakt“ hatte ich nur, als die Troika von Airbus im Block an mir vorbeizog, aber die waren so schnell wieder weg, dass man das gar nicht zählen kann.
2,5 Sekunden Unterschied pro Runde macht sich halt auch optisch bemerkbar.

Durch die gute Arbeit der G-Force konnten wir trotzdem hinter Airbus den zweiten Platz vor Eurogate 2 sichern.

Ich war hier „ein wenig“ stinkig, weil meine Krücke direkt nach dem Rennen ausgewechselt wurde.

Im vierte Stint des abends spielte sich das Thema Startaufstellung langsam ein. Wahrscheinlich weil die Software jetzt durch das fleißige Coden der Jungs in Ami-Land endlich den Unterschied zwischen Race- und Best-Lap-Modus verstanden hat. (Der Weise hat trotzdem mit dem Handy Screenshots vom Monitor gemacht, man weiß ja nie…).

Von dem vierten Rennen selbst hab ich leider nicht so viel gesehen, da der alte Mann sich erst einmal ein wenig erholen musste, wir durften im letzten Stint des Tages ja noch einmal ran.

Cindy hatte nach ihrem komischen ersten Stint wohl keine Lust mehr auf Gedrängel und zog schnell nach vorne weg, dahinter tummelten sich Artur und Chi, nur Don Raymundo konnte eine Zeit lang mithalten.

Dahinter bildeten sich einige enge Kampfgruppen, aber so richtige Angriffe hab ich nicht gesehen. Die Unterschiede in den Gruppen waren wohl so gering, das ohne einen groben Fehler keiner vorbeikommen konnte.

Nur Cindy sorgte gegen Ende noch einmal für Bewegung indem sie das Feld von hinter aufrollte, dabei aber von Pedro ausgebremst wurde (Blaue Flaggen, Leute?).

Am Ende konnte Telefonica 1 klar gewinnen und Eurogate 3 sich knapp gegen Simplex 1 durchsetzen.

Mittlerweile war es draußen wirklich dunkel und das Küken am Tresen war schon nach Hause als wir endlich unseren zweiten Stint fahren durften.

Und jetzt durfte sich endlich auch der Weise in sein grünes Gewand schwingen.

Und es hat sich gelohnt, den das war wirklich in fast allen Positionen ein harter aber fairer Fight.

Nach dem Start war Karsten noch direkt vor mir und im heftigen Fight mit ein oder zwei Fahrern von Eurogate, was alle drei ausbremste und mir Hoffnung auf mehr machte. Nachdem er aber vorbei war konnten sich alle auf’s Fahren konzentrieren und waren weg.

Gerüchten zu Folge war auch vorn ne Menge los, jedes Mal wenn ich nach vorn schaute hatte sich die Reihenfolge auf den ersten Plätzen geändert. Und das scheinbar auch nicht immer unfallfrei, denn ich habe zumindest an einem Fahrer von Eurogate ungünstig in der Bande geparkt überholt…

Und das bedeutete auch für mich doch noch mal Stress. Gegen Mitte des Rennens merkte ich, wie die Konzentration nachließ, weil von vorn und hinten nichts zu erwarten war, und dann kam Kuddel wie ein D-Zug hinten auf.

Die letzten 6 – 7 Minuten durfte ich durchgehend Kampflinie fahren und hab das bis auf eine kleine Lücke auch geschafft, so dass ich meinen Platz halten konnte.

Am Ende konnte Telefonica 2 den ersten Sieg dieses Jahres einfahren, dicht gefolgt von Eurogate 2. Laut der Liste war Holborn abgeschlagen letzter in dem Rennen…. Wie kann das sein? Die sind doch um den Sieg mitgefahren und auch der zweite Fahrer …. Ahhh, ja.

Die hatten das gleiche Problem wie wir letztes Jahr: Sie sind nur mit drei Fahrern angetreten, und da der dritte Fahrer noch hinter mir rangierte fehlten Ihnen einfach die Punkte aus dem Hinterfeld.
Pech für’n Raben, Glück für’n Jäger 😉

Wie gesagt, wir rollten so kurz nach 23:00 Uhr Richtung Autobahn und der Scherge war „etwas“ quengelig, da er am nächsten Morgen um 06:00 schon wieder arbeiten musste – die Jugend von heute… tstststs.

Ich finde aber, dass der Renntag, trotz der Verzögerungen, echt Spaß gemacht hat und freue mich schon auf die nächsten Runden in Lüneburg.
Und immerhin gab es für alle „Software-Tester“ ein Freigetränk.

Puh, ist jetzt doch länger geworden als erwartet, aber es war ja mit den fünf Rennen und dem Drum-Herum auch genug los.

Bei den Rennen am 27.04. bin ich nicht dabei, freue mich aber schon wie Bolle auf den 10.05. in Lüneburg. Vielleicht haben wir ja „Glück“ und es regnet 😉