NOP 2016 6. Renntag – Bericht

Zu erst einmal Sorry dafür, dass die Veröffentlichung des Berichts „etwas“ gedauert hat, musste zwischendurch ein wenig Kollegen schulen durfte… und ich find es irgendwie doof dabei andere Sachen zu machen 😉

Ich habe es aber doch – wider erwarten – noch vor dem nächsten Rennen geschafft. Wenn auch nur knapp…

Der Tag fing für mich schon recht interessant an. Da mein üblicher Lieferservice ja schon ein paar Tage vorher Richtung Norden aufgebrochen ist musste ich mich morgens kurz vor sechs in die U-Bahn setzen und einmal quer durch Hamburg fahren… weckte Erinnerungen an alte Zeiten, bin glaube ich das letzte Mal in meiner Schulzeit um diese Tageszeit Bahn gefahren. Und man sieht immer noch die gleichen „Party-Reste“ 😉

Leider haben diesmal nur 21 Fahrer (1x K1, 12x K2 und 8x K3) den Weg nach Schleswig gefunden, beim letzten Rennen waren es noch über 30. Ich hoffe, dass beim nächsten Lauf in Lünebüttel wieder ein paar mehr Leutchen im Kart sitzen.

So konnte Paul als Einzelkämpfer bei den Dicken mitfahren und wir ganz entspannt in zwei Gruppen starten.

Auf der anderen Seite… man kommt dann natürlich eher nach Hause… hat auch was.

Zumal mich meine Wetter-App besch‘@%&$ hat. Die meinte, es würde im Laufe des Vormittags anfangen zu regnen. Ich hab mir daher meine Regenkombi angezogen – man will ja vorbereitet sein – und in dem strahlenden Sonnenschein geschwitzt wie ein Elch.

Meine Klamotten waren komplett durch.

Memo an mich: App deinstallieren!

Die Rennen selbst gestalteten sich extrem spannend da die Bahn uns eine ganze Reihe von ungefähr gleichwertigen Karts auf den Asphalt stellte. Nur die 2 und die 4 fielen etwas nach hinten raus, wobei bei der 4 laut Finn mangelnder Luftdruck die Ursache war. Nachdem er ein wenig Luft hat nachfüllen lassen konnte er auch mit dem Kart lange Zeit gut im Mittelfeld mithalten (fragt sich nur, warum das vorher keinem aufgefallen ist…)

Es gab aber 5 – 6 Karts mit denen man locker um den Sieg mitfahren konnte (wobei die 7 vielleicht einen klitze-kleinen Vorteil hatte).

In der Klasse 2 gab es daher in jedem Rennen enge, aber faire Kämpfe um die Spitze bei denen teilweise zwei, drei Fahrer gleichzeitig in die Kurve gingen und jeder kleine Fehler gnadenlos bestraft wurde.

Ich konnte leider nicht alle Rennen sehen da ich ja die Listen führen musste, aber das was ich gesehen habe… machte deutlich Lust auf mehr.

Fünf, teilweise mehr Karts bildeten eine dichte Spitzen-Gruppe und ein Ausreißen war nur möglich wenn die Fahrer dahinter sich im Zweikampf gegenseitig ausbremsten. Gesehen habe ich es nur einmal bei Nando.
Ansonsten klebten die wirklich direkt aneinander und in fast jeder Kurve probierte irgendein Fahrer etwas aus. Mal erfolgreich und mit Platzgewinn, mal nicht ganz so erfolgreich, dann waren oft gleich zwei Plätze weg.

Auch in der Klasse 3 gab es schöne Kämpfe, hier wurde aber grade auf den vorderen Plätzen teilweise gefahren wie die Axt im Walde.

Ich habe volles Verständnis dafür wenn jemand Kampflinie fährt um seine Position zu verteidigen – mache ich auch. Man muss aber den anderen Fahrern auch noch Luft zum Atmen lassen. Und wenn ich das mit Stefan hinbekomme der ja manchmal auch „etwas rustikaler“ unterwegs ist, sollte das eigentlich jedem anderen auch möglich sein.

Eine Linie – wie in Kampflinie – hat für mich was mit „grade“ zu tun, mit einer Linie, nicht einer Kurve.

Wenn sich auf der Graden vor der Steilkurve jemand breit macht und in der Mitte fährt – OK.
Wenn er am Ende der Graden wieder nach aussen auf die Ideallinie wechselt – Auch noch OK, man sollte aber vorher mal ein Auge riskieren, ob da nicht vielleicht schon ein Kart halb neben einem fährt um nicht einen anderen Fahrer auf die Wiese zu schicken oder zu Gewaltbremsungen zu zwingen.

Wenn aber jemand auf der Graden ständig die Spur wechselt, und – so wie es von hinten aussah – sogar immer vorher schaut auf welcher Seite der folgende Fahrer ist, da immer genau in diese Richtung gewechselt wurde… das hat für mich nichts mehr mit fairem Zweikampf oder Kampflinie zu tun. Ich konnte mich zwar einmal als lachender Dritte in der Steilkurve innen an den beiden Kampfhähnen vorbei pressen, musste aber vorher auf der Grade mehrfach hart bremsen da die beiden vor mir plötzlich wieder die Richtung wechselten oder selbst verzögerten. In der Formel 1 gib es hierzu klare Regeln. Ich glaube zwar nicht, dass wir das so bei uns umgesetzt bekommen (dann bräuchten wir deutlich mehr Streckenposten), aber wir sollten uns dringend mit diesem Thema beschäftigen weil es eine Gefährdung anderer Fahrer darstellt. Das hat – zumindest für mich – nichts mehr mit Zweikampf zu tun.

„Causing a collision“ oder „driving another driver oft he track“ sollten mit einer Durchfahrtsstrafe, oder 0 Punkten bestraft werden.

Dazu passt auch, dass genau die beiden Fahrer die sich hier in der Wolle hatten später für meinen Abflug in die Bande vor der Box verantwortlich waren.

Da versuchte einer den anderen als Revanche-Foul innen auf die Wiese zu schieben und fliegt dann quer über die Strecke direkt vor mein Kart. Bedeutete für mich statt Platz drei mit Chance auf mehr Platz sieben in diesem Rennen.

Oder nur ein Rennen später: Ich lasse Stefan innen den Platz und er zieht vorbei und Ronald presst sich in die Lücke mit hinein. Soweit alles OK, hätte ich wohl auch gemacht. Man sollte dann aber auch mal ein Äuglein riskieren und schauen ob man an dem anderen Fahrer wirklich schon vorbei ist bevor man zum Kurvenausgang ganz nach außen fährt. Ich hatte hier Glück, dass die Reifenstapel nicht fest im Boden verankert waren. So konnte ich nach dem zweiten Einschlag des Tages in diesem Stint zumindest über die Wiese wieder auf die Strecke kommen und keine weiteren Plätze verlieren.

Kommen wir zu den positiven Aspekten: Das Fahren an sich hat richtig Spaß gemacht. Dadurch das wir fünf bis sechs einigermaßen gleichwertige Karts hatten konnte man in jedem Rennen gut mitfahren wenn man sich auf seine Mühle eingestellt hatte.
So kam es wirklich auf’s Fahren an und nicht so sehr auf das Los-Glück am Anfang. Besonders gewöhnungsbedüftig war z.B. die 9 die ich im zweiten Stint fahren durfte.
Ich hab große Kulleraugen gemacht als ich in die Pole geschickt wurde weil es mir gar nicht so schnell vorkam und das Kart grade in der Steilkurve „etwas“ untersteuerte, aber erst beim Start bemerkte ich das eigentliche Problem von dem Kart:

Es kam komplett nicht aus dem Quark!

Sauber gestartet und das Pedal bis auf das Bodenblech runtergedrückt und trotzdem waren schon vor der ersten Kurve drei, vier Karts an mir vorbei. Sobald die Kiste erst einmal rollte war ich schnell wieder auf Platz drei und konnte das Tempo der beiden vor mir mehr als mitgehen. Wenn sie mich nicht in die Bande gerammt hätten wäre da wohl noch mehr möglich gewesen, man durfte nur in den Kurven nicht zu sehr vom Gas gehen.

Da man die meiste Zeit entweder jemanden direkt vor sich hatte der darum bettelte überholt zu werden, oder jemanden hinter sich hatte der ständig am Auspuff knabberte kam auf der Strecke keine Langeweile auf.

Richtige Abstände konnte man wie in der Klasse 2 nur herausfahren wenn man das Glück hatte, dass die Kollegen hinter einem sich in Zweikämpfen gegenseitig aufhielten, oder wenn man das Pech hatte eines der oben genannte „nichts ganz so leistungsstarken“ Karts zu fahren. Dann waren es halt „Abstände in die falsche Richtung“…

Ich hoffe, dass wir in Lüneburg ähnlich gut eingestellte Karts bekommen und die Kämpfe in der Klasse 3 dann etwas fairer geführt werden. Bis dahin…

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