NOP 2016 – Fun-Race in Wittenburg

Sorry erst einmal, dass es so lange gedauert hat, musste ein wenig Geld verdienen um am 11.09 beim nächsten richtigen Rennen wieder mitfahren zu können…
Da ich ein Wittenburg-Jungfrau war – ich bin da tatsächlich noch nie gefahren – war der Gedanke dort mal ein paar Kreise in den Asphalt zu ziehen für mich natürlich gleich doppelt spannend, und das wir nicht „ganz“ so früh los mussten trug noch ein wenig zu meiner Begeisterung bei.

08:00 Uhr war Abholtermin, um 07:45 Uhr klingelt das Telefon: „Wo bist du?“
Keine Ahnung, was die geraucht haben…
Und da um diese Tageszeit die Strecke komplett frei war – abgesehen von ein paar unnötigen Baustellen – kommen wir wieder ratz-fatz durch und standen schon vor 09:00 Uhr an der Strecke… über eine Stunde zu früh.
Gut, als Veranstalter macht es schon Sinn früher da zu sein, aber: Kann mir einer erklären, warum wir immer dann, wenn wir bei unserer Abfahrtszeit einen kleinen Puffer einbauen glatt durchkommen und zu früh da sind, wenn wir aber „pünktlich“ losfahren steht irgendwo ein Auto im Weg und es wird – wenn wir Glück haben – eng?
So hatten wir aber zumindest Zeit für eine entspannte Streckenbegehung.
Sah zwar aus der Entfernung durch das hohe Gras und die wirren Reifenstapel „etwas“ unordentlich aus, ist aber eine interessante Mischung aus schnellen und langsamen Passagen (was allerdings, wie wir später feststellten, keinen Unterschied machte).
Schon als wir von der Box auf die Strecke schauten sahen wir, dass das Fahren durch einige feuchte Stellen interessanter gestaltet werden würde, als wir aber bei der Begehung über die Reifen hinweg die eine Kurve im Infield sehen konnten… bzw. sehen konnten, wo sie unter dem kleinen See eigentlich sein müsste … kam doch schon ein wenig Schweiß auf die Stirn.
An anderen Stellen waren feuchte Stellen oder kleine Pfützen durch Wasser das von der Skipiste runtertropft, aber die Kurve stand komplett unter Wasser und es wurde von oben fleißig nachgeschenkt.

Was ein Glück, das ich meine Regenkombi dabei hatte.
Die Jungs von der Kartbahn haben zwar noch versucht das Wasser von der Strecke zu bringen, waren aber chancenlos.
Nach und nach trudelte das restliche Volk ein, so dass wir kurz vor dem Start 12 Fahrer hatten die wir in Zweier-Teams einteilten. Und als wir damit fertig waren kam Andreas wie üblich als Letzter auf die Bahn und musste so ein Ein-Mann-Team mit sich selbst bilden.
Merke: Zu spät kommen kann auch seine Vorteile haben!
Wir uns also eingepackt und in die Karts gerollt und ab auf die Strecke… und spätestens bei der vorhin erwähnten Kurve mit der Mecklenburger Seenplatte blieb fast jeder Fahrer stehen da Wasser in den Motor lief.
Das sah nicht gut aus.

Nachdem wir alle die Karts warmgefahren hatten – oder zumindest das, was man bei dem vielen Stillstand warmfahren nennt – ging es in die Box wo schon jemand mit Akkuschrauber und ein paar zugeschnittenen Teppichresten bereit saß um ein Lätzchen hinter den Motor zu dübeln.
Sowas hat in Lüneburg auch geholfen.
Nachdem man dann mit vielen umständlichen Erklärungen den Rastafari von der Bahn mit seinen Zetteln komplett verwirrt hatte (war glaub ich nicht schwer, aber die Jungs haben sich wirklich Mühe gegeben mit Gruppe A und B etc.…) ging es in die Karts und auf die Strecke.
Leider hat man mein Kart auf Grund der guten Quali-Zeiten vor dem Rennen noch weiter gedrosselt, sodass das Feld schon am Start fast geschlossen an mir vorbeirauschte.
Und die allgemeine Drosselung der Karts ist nach meinem Dafürhalten mit das größte Problem der Bahn.
Die Bahn preist 8,5 PS-Karts an, hat die aber extrem weit runtergeregelt, damit auch Freizeit-Fahrer in jedem Fall unfallfrei um die Ecken kommen.
Während man in den ersten Runden in den feuchten Kurven vielleicht noch lupfen musste um sauber rumzukommen war die Strecke schon nach den ersten 15 Minuten so trocken das man da mit Vollgas rumnageln konnte. Teilweise gab es dann einen kleinen Drift, den man aber mit etwas Popo-Meter gut ausgleichen konnte, aber ansonsten konnte man dann auf der gesamten Strecke Vollgas fahren – Ausgenommen das Wasserloch in der Mitte.
Und wenn man sich die Ergebnisse anschaut konnte man auch mit allen Karts annähernd identische Zeiten fahren. Es gab also nur Unterschiede wenn ein Fahrer wirklich schlecht fuhr, oder wenn er mit dem Wasser-Hindernis mehr Probleme hatte als andere.

Diese ‚Pfütze‘ hatte es aber wirklich in sich. Eine 180° Kehre die über die gesamte Kurvenfläche nass war. Nicht feucht, nass!
An einigen Stellen stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch. Glücklicherweise war die Anbrems-Zone komplett trocken, es kam also im ersten Schritt darauf an, wie man in diese Kurve reinfährt. Man musste vorher fast komplett runterbremsen und wenn möglich schon vor der Kurve „um die Kurve gefahren sein“, damit man gleich in Fahrtrichtung in das Wasser eintaucht.
Trotzdem war ich schon in dieser Kurve fast immer am Schwimmen und musste mich teilweise an der Bande anlehnen.
Noch schlimmer war dann aber die ein paar Meter weiter folgende nächste 180° Kehre. Eigentlich ein Kinderspiel, da komplett trocken und so weit, was man da mit einmal anreißen voll rumfahren könnte. Betonung liegt hier auf könnte, da die Reifen durch die Pfütze noch so nass waren, das man keinerlei Halt auf dem Asphalt hatte.
In dieser Ecke habe ich mal 10 Meter verloren, mal einen Fahrer überholt, je nachdem wie ich sie getroffen habe. Meist hatte ich Null Grip auf den Rädern und bin im Freiflug um die Ecke gedriftet.
Wenn die es hinbekommen statt sieben 12 – 15 gleiche Karts auf die Bahn zu bringen und die Drosselung rausnehmen… wäre die Strecke eine Alternative für die nächste NOP-Saison.
Wenn man statt der bei uns angelegten 4.100 Umdrehungen 4.500 (die noch letzte Woche drauf gewesen sein sollen) oder mehr eingestellt hätte…
Dann wäre es mit „Mit Vollgas um jede Kurve“ aus gewesen. Man hätte tatsächlich eine Linie und Bremspunkte finden müssen, was das Rennen dann gleich um einiges interessanter gemacht hätte.

So war es eine ‚Kart-Massage‘, da man durchgehend am Begrenzer fuhr.
Trotzdem hatte – glaube ich – jeder der Anwesenden viel Spaß, wozu auch die Tatsache beigetragen hat, dass die Jungs was die Zeitplanung betrifft relativ entspannt waren.
Die Bahn sollte an diesem Sonntag eigentlich erst um 13:00 Uhr öffnen und man hat uns – obwohl wir nur eine Stunde gebucht hatten – einfach bis 12:30 Uhr eingeplant. Und so lange durften wir auch für den Preis einer Stunde auf der Strecke bleiben. 2 ½ Stunden für den Preis von einer ist – trotz der Unterbrechungen wegen ausgehenden Motoren und langen Erklärungen am Anfang – immer noch eine super Sache.

Als Fazit kann ich nur sagen: Hat richtig Spaß gemacht, können wir gern wieder machen!
Und dann gern mit mehr und ungedrosselten Karts (sieben Karts auf 1.100 Meter Strecke ist doch recht übersichtlich…)