Sprint-Cup 02.07.2014

Bispingen und mal wieder richtig Sonne!

Haben wir lange nicht mehr gehabt, am 18.06. ist es zwar bis zum Ende trocken geblieben (die ersten Tropfen kamen in der Ausrollrunde), aber mit Sonne ist doch was Anderes. Diesmal sogar ganz besonders.

But first things first.
Die Jungs haben am letzten Wochenende die Strecke umgebaut.
Nachdem die Kollegen letzten Freitag noch eher Motorboot gefahren sind, mit teilweise einer handbreit Wasser auf der Strecke, hat man am Wochenende richtig was bewegt.
Und die Strecke ist damit deutlich schneller geworden, wie man an den 1:10-ner Zeiten sehen kann.
Erstens ist die Schikane gleich nach Ausgang Box entschärft worden. Gerüchten zu Folge soll man da jetzt voll durchfahren können. Das kann ich nicht bestätigen. Ich muss ganz kurz auf die Bremse gehen. Selbst Lupfen ist zu wenig wie ich im zweiten Stint feststellen durfte. Wollte es da besonders gut machen und hab am Ende zwei bis drei Plätze verloren. Fährt sich aber richtig gut.

Zweitens ist das Geschlängel im Infield ausgebaut worden. Das Teil ist jetzt nicht mehr ganz so eng und man muss zwischen den Einschlägen etwas länger fahren. Fährt sich auch sehr schön, wobei… früher war klar: Voll auf den Anker und durchrollen. Jetzt muss man auch hart auf die Bremse gehen, da aber die Strecke zwischen den Kurven etwas länger geworden ist möchte man ja auch nicht zu viel Speed verlieren… bin da einige Male deutlich ins Rutschen gekommen.

>Und last but not least ist die Kurve hinten am Zaun zur „Gegengraden“ geändert worden. Und wer sich das ausgedacht hat… wie sagt Carsten immer? Ach ja: der sollte auf der Anhängerkupplung nach Hause fahren. Mit dem offenen Mund eingehakt.
Erstens ist diese Kurve jetzt deutlich schärfer. Wäre ja noch nicht so schlimm. Aber direkt in der Kurve sind ein paar „super“ Buckel. Einer genau da, wo für mich Leichtgewicht der Bremspunkt liegt. Ist schon seltsam, wenn man auf die Bremse tritt und gleichzeitig das Kart abhebt. Verringert irgendwie die Bremswirkung. Bin daher ein paarmal richtig schön eingeschlagen bis ich einen Weg gefunden habe da einigermassen unfallfrei rauszukommen. Aber optimal ist noch was anderes, da lassen sich bestimmt noch ein paar Zehntel herauskitzeln.

Trotzdem: Alles in Allem macht die Strecke so richtig Spass. Jetzt müssen sie es nur noch hinbekommen die Karts besser einzustellen, da sind doch noch deutliche Unterschiede zu sehen.

Nächster Punkt: Im vierten Rennen ist ein Fehler in der Startaufstellung gemacht worden. Raymund wurde dort von der Bahn auf den 24 Startplatz gestellt, hatte aber die Quali auf Platz zehn beendet. Ich weiß nicht, ob er nach hinten gesetzt wurde weil er noch das Getriebe getauscht hat, wir konnten es aber auch erst nach dem Rennen beim Bahnleiter ansprechen, und da war es für ihn natürlich zu spät.Er hat zwar gesagt, er werde mit dem Verantwortlichen sprechen, aber…

Für Raymund war das natürlich ein Griff in den linken Eimer (obwohl er so um das Gewühl beim Start herumkam in dem mehrere Fahrer einige Plätze verloren haben).

Wir haben bei so etwas aber kaum eine Chance etwas zu tun.
Wenn es, wie im letzten Jahr, Probleme mit den Ergebnissen auf Grund defekter Transponder gibt – kein Thema. Da haben alle Fahrer fair mitgeholfen die Lücken zu bereinigen und ich habe, soweit möglich, die Platzierungen in der Tabelle korrigiert.
Die Durchführung des Rennens überlassen wir aber komplett der Bahnleitung. Wenn es dabei etwas zu beanstanden gibt sprechen wir das dann nach den Rennen mit den Jungs durch. So gab es letztes Jahr Klagen darüber, das in Norderstedt in den hinteren Bahnteilen „etwas unsanft“ gefahren wurde, woraufhin sich Steffen dort platzierte um gleich eingreifen zu können.
Wir können und wollen aber nicht die Leitung des Rennens übernehmen. Erstens weil wir teilweise selbst im Kart sitzen (sonst müssten wir da immer zwei bis drei Mann hoch anrücken), und Zweitens um uns aus diesen Entscheidungen komplett herauszuhalten.

Wenn ein Fahrer nach dem Rennen stinkig ist, weil seiner Meinung nach die blaue Flagge nicht schnell genug gezeigt wurde – dann können wir das mit der Bahnleitung nach dem Rennen ansprechen.

Wenn ein Fahrer nach dem Rennen stinkig ist, weil ICH ihm seiner Meinung nach die blaue Flagge nicht schnell genug gezeigt wurde – und er dadurch möglicherweise knapp gegen eines meiner Teams verliert (oder diese Punkte am Ende der Saison fehlen)… dann kann das einen bitteren Beigeschmack bekommen. Und das wollen wir vermeiden.

Sollte einer von euch eine Idee haben, wie man das anders lösen kann – immer her damit.

Nun zu den Rennen.
Zu den Rennen der Division 1 ist wenig zu sagen, die Jungs und Mädels haben brav ihre Runden gezogen.

Nur im ersten Stint musste ich nachfragen, ob man mir den richtigen Zettel gegeben hat.
Sigi ist von Startplatz 8 auf die 1 vorgefahren, und das gegen zwei Teams von Airbus!
Entweder ist er deutlich besser mit der neuen Streckenführung zurechtgekommen, oder er hatte tatsächlich eine Rakete. Und da die Kiste in den nächsten Stints nicht immer ganz vorn zu sehen war kann ich nur sagen: Glückwunsch Sigi, super Leistung.

Die Mädels haben hier im ersten Rennen eine „Auszeit“ genommen und sich das Treiben von hinten angeschaut. erst in den folgenden Stints haben Denise und Claudia dann gezeigt wo es langgeht.

In den Doppelpack-Rennen der Division 2 war dann doch deutlich mehr Bewegung.
Und den Titel als Pechvogel des Tages, wenn nicht gar des Monats, hat sich auf jeden Fall Karsten Weise von Holborn verdient.
Den er wurde in beiden Rennen auf aussichtsreicher Position liegend – im vierten Rennen sogar in unserer Gruppe auf Platz eins – gedreht und so nach hinten durchgereicht.

Im ersten der beiden Rennen sage ich einmal: im Zweifel für den Angeklagten. Wir waren alle noch dabei uns auf der neuen Strecke einzufühlen und mussten teilweise direkt in die untergehende Sonne hineinfahren. Und genau an so einer Stelle wurde er gedreht. Ich kam da kurze Zeit später „vorbei“ und hatte echt Probleme nicht in den Haufen hineinzufahren. Ich klebte direkt hinter einem Kart, kam um die Kurve und konnte das Kart in der blendenden Sonne grade noch schemenhaft erkennen. Geplant war, mich auf der langezogenen Linkskurve ranzusaugen und dann bei Start und Ziel vorbeizuziehen, und dann gibt der Kerl kein Gas und eiert vor mir rum. Erst wollte ich links vorbei und sah grade so eben noch die Vorderräder eines Karts vor mir auftauchen und konnte mich mit einem harten Zug nach rechts wieder hinter ihm einsortieren.

Hier ist es also gut möglich, dass dieser Unfall durch die schlechten Sichtverhältnisse verursacht wurde. Ich konnte durch die Sonne noch nicht einmal erkennen, ob da nur ein Kart, zwei oder mehr standen.
Danach zog sich die Geschichte weit auseinander und zumindest im Mittelfeld hatte man richtig Platz nach hinten und vorn. Ich kann leider nicht sagen, ob die teilweise deutlichen Bewegungen auf den ersten Plätzen auch etwas mit diesem Unfall zu tun hatten, oder ob es sich um „normale“ Zweikämpfe handelte.

Spätestens im zweiten „24-Fahrer-Stint“ war es dann aber nicht mehr so lustig.
Ich will hier keinen falschen Eindruck erzeugen: Ich bin da auch kein Kind von Traurigkeit. Nachdem ich in den letzten Jahren eher Mal den Fuss vom Gas genommen habe ziehe ich jetzt rein wenn ich eine Lücke sehe. Dabei schneide ich ggf. auch mal die Linie anderer Fahrer, man muss sich dabei aber immer genug Luft zum Leben lassen.
Bedeutet: Wenn bei mir einer so reinziehen lasse ich ihn auch durch und versuche ihn dann ein, zwei Kurven später wieder zu knacken.
Raymund weiß wahrscheinlich was ich meine, wir haben das letztens (ich meine beim 6-Stunden-Freundes-Rennen) fast eine halbe Stunde lang ausgetestet.
Ausnahme: Wenn jemand versucht mich wegzurammen und / oder mir direkt am Bremspunkt hinten ins Kart fährt. Wenn er dann nicht gleich an mir vorbeikommt mache ich mich breit wie eine Schrankwand.

Nachdem es im letzten Jahr, und auch am 18.06., auch mit 24 Karts auf der Strecke sehr fair zuging war hier doch eine Menge hartes Gerangel dabei. Und mit hart meine ich hier mehr als nötig.

Wenn sich zwei Fahrer aus einer Gruppe einen Kampf um die Plätze liefern – OK.
Wenn ich es schaffe einen Fahrer aus der anderen Gruppe als Puffer hinter mich zu bringen wie es Karsten kurz vor Ende geschafft hat – auch Ok, auch wenn ich das in dem Moment unnötig fand.
Das sich da aber Leute bis aufs Messer bekämpfen, die gar nicht gegeneinander fahren – nicht OK. Genausowenig wie überharte Kämpfe zwischen Fahrern aus einer Gruppe.

Das Ganze ging am Start schon los. Wenn da vier oder fünf Karts gleichzeitig auf der Innenbahn durch die erste Kurve fahren wollen wird das relativ eng, und da der Rest versuchte nach aussen auszuweichen rumpelte das auch da gewaltig. War aber soweit ich das sehe noch im Rahmen, zumal sich für mich dabei eine Lücke öffnete mit der ich gut und gern fünf Plätze gewinnen konnte 😉

Nach ca. zehn Minuten wurde dann der Pechvogel des Monats auf der Zielgraden heftigst gedreht. Kein Plan, ob er in der Kurve davor abgeschossen wurde und soweit geflogen ist oder erst da gedreht wurde… auf jeden Fall unnötig. Und für ihn extrem hart, da er in unserer Gruppe die Pole hatte und weit zurückgefallen ist.

Da Karsten auch nach dem Rennen nicht wußte, wer ihn da gedreht hat gehe ich mal davon aus, dass sich der Schuldige auch nicht bei ihm entschuldigt hat. Das wäre in meinen Augen das Minimum gewesen. Er meinte aber, es wäre einer aus der anderen Gruppe gewesen…

Karsten stand da dann quer auf der Strecke und hatte hinter sich ein büschen Platz gemacht. Ich kam dann weit um die Kurve und hatte ihn plötzlich direkt vor mir. Erst sah es so aus, als ob ich zwischen ihm und der Bande noch über die Wise ausweichen könnte, dann rollte er ein Stück vor um sich wieder in Fahrtrichtung zu drehen und ich konnte nur voll auf den Anker gehen. Ein heftiger Einschlag war dann aber nicht mehr zu vermeiden und die Horden zogen an uns vorbei. Erst bei einem Platz um und bei zwanzig konnten wir uns wieder einsortieren. Ich hatte damit gut und gern zehn Plätze verloren, Karsten ca. sechszehn.

Dementsprechend groß war unsere Haßkappe, wir waren aber gut am Aufholen und konnten auf die für uns wichtige Gruppe mit Cindy und Rille auffahren.
Ich konnte dann in der engen 180° Kehre vor der langgezogenen Linkskurve innen an ihm vorbeistechen und war der Meinung komplett an ihm vorbei zu sein und hatte den Blick schon auf mein nächstes „Opfer“ gerichtet. War dann wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens und kompletter Tunnelblick, denn wie er mir mit großer „Freude“ nach dem Rennen mitteilte habe ich ihn da ganz entspannt auf die Wiese geschoben.

Noch einmal offiziell ein Sorry hierfür.

Rille hab ich dann tatsächlich noch bekommen und wollte es dann zu gut machen und Lupfte in der Schikane nach dem Boxenausgang nur… keine gute Idee, ich musste mit allem kämpfen um überhaupt auf der Spur zu bleiben. Dadurch konnten Rille und Karsten in der McDoof-Kurve wieder an mir vorbeiziehen.

Wobei Karsten da erst neben mir war und mich zum Ausgleich in Richtung Bande wegdrückte. Auch nicht nett, kann ich aber in seiner Situation gut verstehen. So waren wir dann beide sauer.

Warum man mir dann allerdings in den letzten Runden mehrfach am Bremspunkt hinten ins Kart fuhr um dann an den Stellen wo man wirklich hätte vorbeifahren können vier, fünf Meter Abstand zu haben… entzieht sich mir komplett. Zumal dieser Fahrer nicht in meiner Gruppe fuhr und nach meinem Gefühl schneller war….
Sonst hätte ich vielleicht Raymund überholen und Karsten noch einmal angreifen können.

Wie gesagt: Die letzten Male hat es mit dem gemeinsamen Start aller Fahrer immer recht gut geklappt. Diesmal zumindest beim zweiten Stint eher suboptimal. Auch von anderen Fahrern hab ich die Rückmeldung bekommen, dass es bei den Rennen mit 24 Fahrern recht ruppig zuging.
Vielleicht müssen wir nächstes Mal doch getrennt starten, oder nur noch zwölf Karts auf die Strecke stellen. Würde ich persönlich schade finden, aber wenn es nicht anders geht….

Wäre da für ein paar Rückmeldungen dankbar…

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