NOP 01.06.2014

Sonntagmorgen in Schleswig – und wie nicht anders zu erwarten fängt es an zu nieseln…

Bei dem vielen Regen müssten die Leute hier eigentlich Moos ansetzen. Oder regnet das nur, wenn wir uns auf den Weg machen? Fragen über Fragen…

Obwohl… warum soll ich meckern? Für mich hätte es gern noch mehr regnen können, auch wenn ich mir damit keine Freunde mache.

Nach Geld abgeben und Kart-Roulette geht es ans Werk.

Bei den Halbhohen sind leider nur drei Fahrer angereist, da die anderen noch in einer anderen Meisterschaft mitfahren. Schade, da müssen wir nächstes Jahr mal schauen, ob man das mit den Terminen hinbekommt. Ist einfach schade, wenn der Großteil der Leute fehlt.  Da ist dann selbst auf dieser recht kurzen Strecke viel zu viel Platz.

Dafür hat Ralf bei der Verlosung darauf geachtet, dass sie nur drei Karts untereinander austauschen, und dass diese Karts Leistungsmäßig nicht zu weit auseinander liegen.  Martin hat sich dann aber selbst ein Handicap geschaffen, in dem er mit 16kg Gewicht auf die Strecke gegangen ist.

Auch mir wäre das mehrfach fast passiert, da einige Fahrer scheinbar von ihren 12 Runden so erschöpft waren, dass sie es nicht schafften die Gewichte aus den Karts zu nehmen.  Das Anfänger Gewichte und Sitzschale vor lauter Begeisterung vergessen – geschenkt. Aber hier waren auch Jungs „überfordert“, die seit Jahren mit dabei sind. Ich hoffe das war nur ein kurzer Anfall von Hildesheimer und kein Dauerzustand.

Trotz dieses Handicaps konnte er den ersten Stint gewinnen, musste sich danach aber Eric geschlagen geben.

Bei Eric habe ich keine Ahnung, warum der im Nassen so schnell unterwegs war. Er ist durchgehend die Linie für eine trockene Strecke gefahren und hätte eigentlich in jeder zweiten Kurve wegfliegen müssen. Trotzdem konnte er lange gegen Martin gegenhalten.

In Klasse 2 war das Feld mit 11 Fahrern schon etwas besser gefüllt. Dementsprechend kam es hier auch zu einigen engen Zweikämpfen, wobei sich hier auch die Unterschiede in den Karts und andere Ausfälle deutlich zeigten.

Die „Rennpappe“ sah morgens gar nicht gut aus – eher nach einer intensiven Umarmung mit Villeroy & Boch. Er konnte zwar die Pole holen, wurde dann aber trotz harter Gegenwehr auf den vierten Platz durchgereicht. Jan-Michael hatte im zweiten Stint eine Rakete unterm Hintern und sicherte sich den zweiten Startplatz, drehte sich dann aber im Rennen dreimal… soweit ich das gesehen habe ohne Fremdverschulden. Mit einem guten Kart konnte man 1 – 2 Sekunden pro Runde gegenüber einem schlechteren Kart  holen. Da kann man mit ein wenig Lospech ganz tief in den linken Eimer greifen.

Am Ende beruhigten sich die Innereien  Jean-Pierres wieder und er konnte einen Sieg herausfahren. Ralf und Heini nutzen aber ihren Heimvorteil und sorgten dafür, dass es auch vorn eng blieb und er sich nie sicher fühlen konnte.

Dahinter folgten Chi, Jan und Ricardo, wobei Ricardo bei den Karts am tiefsten in den linken Eimer gegriffen hatte. Oder anders herum: Chi hatte das Glück die „weniger optimalen“ Kart auf nassem Geläuf zu fahren und konnte so noch eine Menge ausgleichen. Ricardo hatte dazu auf trockener Spur wenig Chancen.

Jan-Michael  hätte ohne seine Dreher sogar Ricardo gefährlich werden können, konnte sich so aber mit 106 Punkten nur knapp vor Thorsten und Werner mit jeweils 105 Punkten behaupten. Dahinter krebste Carsten herum. Claudia hielt sich vornehm zurück und belegte den letzten Platz.

In der Sumo-Klasse zeigte sich dann sehr deutlich, wie unterschiedlich die Karts sind.  In drei Stints fährt Patrick ungefährdet Start-Ziel-Siege ein, im letzten Rennen kann er nur durch seine Erfahrung (der Kerl kann breit werden wie eine Schrankwand) den 5. Platz vor Glaue und mir verteidigen. Carsten hat ihn fast das ganze Rennen beharkt, und durch die Kampflinie wurden die beiden so langsam, das ich kurz vor Ziel – trotz Möhre unterm Hintern –  sogar kurzzeitig an Carsten vorbeikommen konnte. Und ich glaube kaum, dass Patrick auf einmal vergessen hat, wie man Kart Fährt.

Nach dem zweiten Stint gab es – wieder einmal – ein paar „etwas“ lautere Worte in der Box, nachdem ich einmal die Bande hochgeschoben worden bin und dann in der Steilkurve gedreht wurde, nachdem ich an meinem Gegner schon innen vorbei war. Ist nicht schön, wenn man da entgegen der Fahrtrichtung steht und einem alles im Nassen entgegengerutscht kommt. Und da es kurz nach dem Start passiert ist waren auch noch alle so dicht zusammen, dass ich ganz entspannt vom dritten auf den zehnten Platz durchgereicht wurde.

Mann, war ich sauer!

Und ich glaube, das hat man auch gehört…

Im dritten Stint konnte man sich dann anschauen wie man es machen soll. Ich bin gleich nach dem Start in der Steilkurve an Andreas vorbei, in der Hoffnung, dass er durch den Verkehr hinter sich keinen Gegenangriff starten kann.

Er war zwar überrascht, aber nicht überrascht genug, und zog gleich wieder vorbei und weg.

Und dann hatte ich Stefan im Nacken. Und dann vor mir. Und dann wieder hinter mir. Und so weiter, und so fort.

In der Steilkurve kam ich immer innen vorbei, in der Kurve Richtung Box streckte er innen seine Nase nach vorn. Und hinter uns stauten sich Peter, Christopher und Artur und wer weiß noch alles. Das ging solange gut, bis ich nach einem kleinen Fahrfehler plötzlich auch Peter und Christopher neben mir hatte.

Beim ersten Vorstoß konnte ich noch gegenhalten, beim zweiten waren sie vorbei und ich musste aufpassen nicht noch weiter durchgereicht zu werden. Glücklicherweise konnte ich bei einem missglückten Angriff von Christopher auf Peter innen reinstechen und zumindest Christopher hinter mir lassen. Für Peter reichte es dann nicht mehr.

So wünsch ich mir das. Naja, nicht ganz. Ich hätte es natürlich schöner gefunden, wenn Andreas gepennt hätte, aber solche engen fairen Zweikämpfe über ein ganzes Rennen hinweg sind das, warum wir Kart fahren. Da kann man auch mal ein, zwei verlorene Punkte verschmerzen, weil es einfach Spaß macht.

Am Ende hatte Patrick wieder einen Standesgemäßen Vorsprung vor Stefan Kitzmann und Behrend. Der Abstand zwischen diesen Beiden war nach Streichern ein Punkt. Ich glaub, Stefan kotzt immer noch.

Dahinter tummelten sich mit etwas Abstand Andreas (124), Carsten (122) und Peter (119). Ich hab mir durch meinen Dreher im zweiten Stint mit 113 Punkten etwas Abstand gegönnt. Dicht hinter mir folgt Artur (unser Nicht-Regen-Fahrer), vor Christopher, Ingo und Günther.

Im Ganzen also wieder einmal ein schöner Renntag im Namen des NOP.

Ich persönlich freue mich schon auf den 13.07., wenn es wieder heißt: Schleswig im Regen 😉

In diesem Sinne

Good Night! Good Fight!

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