NOP 23.06.2013 in Schleswig

NOP 23.06.2013 in Schleswig

 

Es ist Sonntag morgen, 07:00 Uhr, und ich werf mir meine Tasche auf die Schulter.

Wie krank muss man sein um an einem Sonntag um diese Tageszeit schon wach zu sein?  Ich glaub, ich muss mal meine Medikamente neu einstellen lassen…

Auf der anderen Seite… ich bin noch nie in Schleswig gefahren, da kann man auch mal in den sauren Apfel beissen.

Also mach ich mich  mitten in der Nacht mit Carsten, Artur und Claudia auf den Weg in den hohen Norden.

Und wie üblich wenn wir draussen fahren darf auch ein wenig Regen nicht fehlen.

Um 08:30 Eintreffen auf der Strecke, Taler abgeben und mit halb geschlossenen Augen einmal den Asphalt ablaufen. Damit ich später noch weiß wo ich was zur Sicherheit mit dem Handy ein paar Fotos gemacht.

Und damit wir noch was von dem Wetter haben darf die Sumo-Gruppe als erstes auf die Strecke, vorher muss aber noch das Thema Gewichtsausgleich geklärt werden. Wir waren ja hoch erfreut als Patrick sagte er würde aussetzen. Nicht weil wir ihn nicht mögen oder weil er schlecht riecht, wir wollten nur mal wieder ohne komplett gefüllte Gewichtskästen fahren. Die Freude währte allerdings nicht lange, da Andreas Paddy da nicht um viel nachsteht.

Also durft der Bahn-Chef nicht nur seine Gewichte Marke Eigenbau aus der Garage holen – wie man da das 10kg unfallfrei aus der Box ziehen soll bleibt mir ewig ein Rätsel – sondern auch ein, zwei Karts austauschen, da nicht alle Kästen hatten. Leider kamen wir dadurch auch in den „Genuß“ eines Karts, das der Bezeichnung „Möhre“ einen ganz neuen Sinn gibt Aber dazu später mehr.

Wir also neun Mann hoch ins Kart und ab. Anfang noch mit einem deutlichen Zögern im Gasfuß, grade die Steilkurve macht schon bange wenn es nass ist. Nach ein paar Runden wurde man dann aber doch etwas mutiger und es wurde weniger gebremst. Statt dessen reichte ein leichtes Lupfen oder auch ein Augen zu und durch. Mit Popo-Meter wird’s schon klappen. Und das Popo-Meter wurde auch im Laufe des Rennens immer wichtiger da die Strecke rasend schnell abtrocknete, aber auch die trockenen Stellen teilweise noch extrem rutschig waren. Ich denke da vor allem an die zweite Kurve im In-Field.

War ansonsten aber ein einfach geiles Rennen, auch wenn ich mit Carsten und dem Zweit-Brodersen – der hatte eine Rakete unterm Hintern – nicht mithalten konnte.

Die nächsten beiden Rennen – Klasse 2 mit acht und Klasse 1 mit fünf fahrern – konnten komplett im Trockenen durchgeführt werden, und „Ärger“ gab es nur bei den Halbhohen. Da wurden doch ein paar härtere Manöver gefahren, da war noch richtig jugendliches Feuer unterwegs.

Dann kamen wieder die dicken Jungs und ich konnte tatsächlich mal wieder auf die Pole fahren. Hatte dann nach dem Start auch ein ganz gutes Gefühl, bei der Einfahrt in die Steilkurve hatte ich schon 3 – 4 Meter Vorsprung und hinter mir wurde gekämpft. Yeah!

Nächste Runde, Anfahrt auf die Steilkurve und Artur fährt einfach so innen an mir vorbei als ob ich parken würde.In der nächsten Runde dann das gleiche Spiel von Meister Brodersen.

Wo zum Teufel holen die den Speed her?

Kein Plan…

 

Brodersen konnte auch Artur noch vernaschen, vorlor dann aber im In-Field die Linie, so dass wir beide uns innen an ihm vorbeipressen konnten.

 Ein Angriff auf Artur – nach dem Vorbild der letzten Überholmanöver vor der Steilkurve – musste ich leider abbrechen da wir plötzlich zu dritt nebeneinander fuhren und ich mich erst einmal nach hinten wehren musste. Gegen Carsten hatte ich dann aber ein wenig später keine Chance mehr und musste mich mit dem 3. Platz zufrieden geben.

Nachdem jetzt alle auf mehr oder weniger trockener Strecke unterwegs gewesen waren wusßte man: Man kann fast die ganze Strecke Vollgas fahren. Nur bei der Steilkurve war Lupfen angesagt und eine Kurve im In-Field erforderte tatsächlich ein wenig Bremse.

Und man wusste was man von den Karts zu halten hat. In die 3 hatte man wohl versehentlich einen stärkeren Motor eingebaut, auf trockener Strecke ist das Teil nicht zu halten. Höchstens die 5 hat da noch eine Chance, erfordert aber einen versierten Fahrer da der Gaszug sporadisch hängen blieb. Und die 2 war die absolute Grotte. Kurvenlage gut, ist aber auch kein Wunder wenn man durchschnittlich 2 – 3 Sekunden langsamer ist als mit einem „normalen“ Kart.

Glücklicherweise lagen Wunderkart und Grotte von den Startnummern dicht beieinander, so dass die meisten Fahrer die auf der 2 fahren MUSSTEN auch auf der 3 fahren DURFTEN.

Ausnahmen bestätigen die Regel, Carsten.

 

So konnte man jetzt neben der Strecke Fahrer beim Regentanz beobachten – weil als nächstes ein Stint auf der 2 angesagt war – und andere die um Trockenheit beteten damit sie ihre Chance auf einem der Sprinter-Karts ausnutzen können.

Als ich im vorletzten Rennen auf der 2 unterwegs war fielen zu Anfang des Rennens tatsächlich zwei bis drei Tropfen, leider nicht genug um in irgendeiner Form eine Auswirkung zu haben. Ich war schon froh, dass ich nicht überrundet wurde.

Ganz anders im Rennen der Klasse 2 danach. Hier setzte ganz kurz leichter Niesel ein und die Strecke verwandelte sich wieder in eine Rutschbahn. Ralf hatte sich sauber mit der 5 auf Platz 1 vorgekämpft, hatte aber schon nach dem ersten Tropfen null Grip und konnte von Glück sagen das er sein Kart nicht frontal in dem nächsten Reifenstapel versenkt hat.

Jan-Michael hatte nicht ganz so viel Glück, „touchierte“ die Bande und fiel weit aus dem Mittelfeld zurück.

 

Bei den Zwergen gab es auf der Strecke in der Regel nur Kämpfe auf den hinteren Plätzen, dafür aber um so härter. Hier wurde von der Rennleitung auch mehrere Verwarnungen ausgesprochen. Glücklicherweise waren die nur im Trockenen unterwegs, wenn ich noch an das letzet Regenrennen in Lüneburg denke, als die bei regen versucht haben mit drei Karts die Kurve vor der Boxeneinfahrt zu nehmen…

… es wundert mich immer noch das es da nur Abflüge und kein kleinholz gegeben hat.

Im letzten Rennen hatte ich dann als Ausgleich für die 2 die 3 unterm Hintern und konnte ganz entspannt nach einer Pole allen anderen wegfahren. Mit diesem Kart musste ich sogar in der Steilkurve richtig bremsen. Ein Test mit „nur Lupfen“ brachte mir einen Einschlag in der Bande und eine leichte Rippenprellung ein.

Auch Ralf konnt im letzten Stint noch einmal zeigen was in ihm steckt. Er konnte zwar mangels Material nicht ganz vorn mitfahren, sich aber – trotz deutlich langsameren Karts – in einer Vierer-Gruppe behaupten und diese ständig anführen. Wenn ich das richtig mitgezählt habe war das der dritte Platz. Heini hatte nicht ganz so viel Glück. Er szog das ganze rennen in dieser Gruppe seine Runden und sah in der letzten Runde in der Steilkurve seine Chance noch ein oder zwei Plätze zu gewinnen. Leider ging ihm dabei der Asphalt aus und er stopfte sein Kart innen in die Reifen. Er konnte sich zwar schnell befreien und hat dadurch keine weiteren Plätze verloren, aber…

 

Alles in Allem war es auf jeden Fall ein spannendes Rennwochenende, und ich freue mich schon auf auf den nächsten Lauf auf dieser Strecke. Nach dem wir uns – viele sind das erste mal hier gewesen – ein wenig „reingefühlt“ haben kann man dann ja vielleicht mal die Möglichkeiten ausloten.

Spannend wurde es dann noch einmal bei der Siegerehrung in der Sumo-Klasse. Artur glaube mit den Plätzen 1, 2 und 3 in den Rennen gute Chance auf Platz 1. zu haben, ich sollte dann mit Platz 1 und zweimal 3 dahinter liegen, vielleicht noch von Carsten auf Platz 3. verschoben. Und ich mochte ihm da nicht widersprechen, das sah gut für ihn aus.

Aber… Da hat Don Arturo die Rechnung ohne die Quali-Punkte gemacht.

Carsten 140 Punkte nach Streicher, Thorsten auch 140 durch die zwei ersten Quali-Plätze aber auf Platz 2. weil ich in einem Rennen 1 Platz weniger hatte. Artur hatte zwar insgesamt mehr Punkte, kam aber nach den Streichern nur auf 139 Punkte, und damit auf Platz 3., dicht gefolt von Peter der sich mit 138 den 4. holte. Ich glaube, viel dichter kann man das nicht mehr zusammenbringen.

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