BSV Sprint-Cup 24.04.2013

Ich mache das ja wirklich ungern, ist wie Zahnschmerzen, aber hier muss ich Fischi wirklich Recht geben:

Die Jungs und Mädels waren deutlich entspannter als an den letzten Renntagen. Waren beim letzten Sprint-Cup und auch beim CTR hier in Norderstedt noch eine ganze Reihe Kollegen mit dem Messer hochkant zwischend den Zähnen unterwegs war diesmal Friede, Freude, Eierkuchen angesagt.

Und bevor ich anfange muss ich ein Lob an Steffen aussprechen. Ich hab Freitag abend hier ein Rennen über 250 Runden gefahren bei dem jede Menge Anfänger unterwegs waren. Auch hier: Sehr faires Rennen, aber durch die mangelnde Erfahrung habe sie doch die Streckenführung recht aktiv „umgestaltet“. Ich sag nur: Man konnte an der Wand hinter dem Kurvengeschlängel nur mit einem Kart fahren weil sie Bande soweit rausgeschoben war. Teilweise wurden sogar Blöcke aus der Bande hochkant gestellt.

Steffen war dann bis gegen 02:00 Uhr morgens beschäftigt um dem Ganzen wieder Struktur zu geben. Ich glaube zwar er hat dabei etwas übertrieben da ich seitdem nicht mehr sauber aus der Gegengraden herauskomme, aber trotzdem… saubere Leistung.

Zum ersten Stint kann ich wenig agen da ich länger arbeiten durfte und daher nur die letzten paar Runden gesehen habe. Hier scheint es noch ein wenig Unfrieden gegeben zu haben, Denise war auf jeden Fall nicht so richtig begeistert von dem was da vor ihr passierte…

… aber Schwamm drüber, ich hab’s nicht gesehen.

Was deutlich aufgefallen ist sind die Rundenzeiten. Kann ja sein dass die die ganze Zeit im Zweikampf unterwegs waren und sich gegenseitig ausgebremst haben, aber bis auf das Spitzentrio konnte da keiner sein Potential so richtig ausschöpfen. Gut die Karts waren noch nicht richtig warm, aber die Bahn war schon deutlich wärmer als noch vor ein paar Wochen – da hatte ich schon nach der Quali Sehnsucht nach meinen Handschuhen die warm und trocken zu Hause lagen – und spätestens zum Ende hin hätte da noch was passieren können.

Das zweite Rennen kam mir vor wie ein Training. Ich hab glaub ich nur zwei oder dreimal ein Kart an der Bande gehört, und das war immer ohne Fremdverschulden.

Ein Rutscher halt.

Die sind echt extrem sauber gefahren, und auch die wenigen Zweikämpfe die ich gesehen habe liefen ohne Einsatz von Metall ab. Besonders aufgefallen sind mir zwei Fahrer von der Sparkasse: Andy und Nando.

Andy scheuchte Ralf vor sich her als gäbe es kein morgen. Ich bin mir sicher dass er deutlich schneller hätte fahren können und ggf. mit Marc einen Zug aufgemacht hätte. Da hat Ralf wirklich seine ganze Erfahrung in die Waagschale werfen müssen um vorn zu bleiben. Durch den Zweikampf bekamen die beiden gegen Ende des Rennens sogar Besuch von hinten so dass Andy im Sandwich steckte.

Super gefahren!

Nando hat dagegen eher in den linken Eimer gegriffen. Ich weiß nicht ob sein Kart ihn nicht mochte oder was da sonst so los war, aber den Jung hab ich schon deutlich weiter vorn gesehen. Diesmal versank er im finsteren Hinterfeld, ohne die Chance überhaupt Licht zu sehen. Ich hatte zumindest nicht das Gefühl dass dort ein Zug nach vorn erkennbar wäre.

Die Jungs von Holborn werden auch von Rennen zu Rennen besser. Bis sie mit Airbus mithalten können wird sich noch viel Wasser die Elbe runterfliessen aber ich seh da schon 25,-iger Zeiten.

Bravo, da haben andere Jahre für gebraucht sich auf das Level hochzufahren.

Manchmal merkt man aber dass da noch Erfahrung fehlt. Z.B wenn sich da auf unnötige Zweikämpfe eingelassen wird. Es ist ja schön und gut wenn man seinen Platz verteidigen möchte, schliesslich fahren wir Rennen. Aber… wenn da hinter einem jemand ist der deutlich schneller ist… und dann auch noch dem gleichen Team angehört… ich weiß nicht recht. Damit macht man nur sich selbst und dem anderen die Runden kaputt und schafft möglicherweise einem schon abgeschlagenen Gegner die Chance wieder ranzufahren.

Überrascht war ich als ich Claudias Zeten gesehen habe. Am Kart kann’s nicht gelegen haben da die Mühle immer ganz vorn mit dabei war, aber das Claudia die gleiche Bestzeit hat wie ich (25,77), endweder bin ich geflogen, oder sie war durch das ruhige Rennen so tiefenentspannt dass sie das keine Kraft mehr hatte das Gaspedal durchzutreten. Ich persönlich finde die erste Variante besser.

Das dritte Rennen war ähnlich dem zweiten von viel Ruhe geprägt. Vorn zogen drei Fahrer von Generali ihre Runden. Anfangs ganz allein, dann konnte sich Carsten wieder an die Jungs heranarbeiten. Ein einbrechen in diese Phalanx war aber nicht möglich, da fehlte am Ende die Zeit.

Ich konnte Anfangs noch mit Carsten mithalten, bis er sich entschloss den Generali-Jungs einen Besuch abzustatten. Ein zwei Fahrfehler von mir später und er war Meilenweit weg. Und auch hinter mir war Stille im Wald. Da war nur ein Bläuling von BVI zu sehen, und der mit anständigem Respektsabstand.

Also kein Grund zur Hektik.

Bis dann Meister Menge hinter mir endlich feststellte das in seinem Kart das Gaspedal tatsächlich wieder auf der rechten Seite verbaut wurde. Erst zog er am BVI-Fahrer vorbei, dann fing der Kerl tatsächlich an aufzuholen. Da musste ich dann auch ein wenig zulegen.

Anfangs konnte er pro Runde noch ein paar Zentimeter abknabbern und ich hatte schon den Schweiß auf der Stirn, dann brachen seine Zeiten wieder ein und gingen auf 26 hoch. Konnte mir nur recht sein 😉

Gökhan fuhr, nachdem sich Jens von ihm getrennt hatte, recht einsam seine Runden. Weiter hinten bekam man dann ein gutes Beispiel für „wie bremse ich andere Fahrer aus“ geboten. Wenn ich das richtig sortiert habe fuhr dort Dirk Uplegger vor dem Mini-Glaue und seinem Kollegen Behnke.

Beide hätten deutlich schneller gekonnt und klebten ihm direkt an der Sitzschale. Aber er liess sie nicht vorbei, und da er natürlich Kampflinie fahren „musste“ wurde die Gruppe noch langsamer fahren. Das hätten die Mädels schöner lösen können. Hier haben wir echt Glück gehabt dass die nachfolgenden Fahrer so umsichtig waren und ihn nicht weggeschoben haben. Am letzten Renntag wäre er wahrscheinlich mit freundlichen Grüssen hochkant in die Bande geschickt worden.

Wie oben schon erwähnt: Kampf ist schön und gut, aber macht den Anderen ihr Rennen nicht kaputt wenn klar ersichtlich ist dass die schneller sind. Sonst trifft euch irgendwann einmal die Keule von hinten.

Mit diesen weisen Worten möchte ich für heute schliessen und freue mich schon wie ein Mops auf das nächste Rennen.