Airbus-3 ist Hamburger Betriebssportmeister

Team Airbus-3 holt sich die Krone

 

Am vergangenen Dienstag, dem 27. Oktober 2009 wurden auf der Kart-o-Mania-Bahn in Bönningstedt die Finalrennen des diesjährigen BSV-Sprint-Cups ausgetragen und damit die offiziellen Kart-Betriebssportmeisterschaften der Hansestadt entschieden. Der BSV Sprint-Cup ist eine Mannschaftsmeisterschaft für Betriebssportgruppen im Bereich des Kartsports. Und davon gibt es in und um Hamburg bereits eine große Gemeinde. Wo allein in Hamburg 3 Indoor-Kartbahnen ihr Auskommen haben, muss es definitiv eine große Anhängerschar dieser reinrassigen Motorsportform geben. Seit wenigstens 12 Jahren wird hier Kartsport betrieben, zunächst noch recht unorganisiert. Aber im Laufe der Jahre haben sich die verschiedenen Gruppen dann mehr und mehr organisiert, zuerst mit Hilfe der Bahnbetreiber, die hier dem Ruf nach Vergleichswettkämpfen nachkamen und sowohl Rennen mit Einzelwertungen für die jeweiligen Fahrer auflegten, als auch Team-Rennen organisierten, die in der Regel aufgrund der leichteren Organisation als Langstrecken-Rennen ausfielen. Das Manko dieser Austragungsart, bei der festgeschriebene Fahrerwechsel bei allen Teams durchgeführt werden, ist dass von jedem Team immer nur einer zur Zeit fährt.

Rückblick:

Im Jahr 2005 wurde dann erstmals unter einer kleinen Gruppe von Betriebssportlern der Gedanke einer Austragungsform aufgegriffen, bei der mehrere Teammitglieder gleichzeitig miteinander und gegen andere Teams kämpfen. Diese Form erfordert zwar einen höheren Organisationsaufwand, hat aber nicht das oben beschriebene Manko. Außerdem lassen sich damit auch kürzere Rennen bestreiten. Ein weiterer feiner Unterschied ist die selektive Bewertung des Teams. Getrieben von der Idee, in einem Team auch immer neue Kollegen begeistern zu können, wurde die Wertung so ausgetüftelt, dass zwar immer 4 Fahrer eines Teams zusammen fahren, jedoch nur die 3 Bestplatzierten des Teams zur Wertung kommen. So kann man einen Nachwuchsfahrer bzw. eine Nachwuchsfahrerin mit dem Team an die Konkurrenz heranführen, ohne ihn/sie gleich unter den Druck des Punktens zu setzen. Als optimale Größe für ein Teilnehmerfeld in den üblichen Indoor-Kartbahnen wurde ein Dutzend bestimmt, und so musste man eine Durchführung ersinnen, in der 3 Teams i 4 Teilnehmer gegeneinander antreten. Dies läßt sich am ehesten in einer Art Turniermodus machen, bei dem die Rennzusammensetzungen so ausfallen, dass sich möglichst alle Teams wenigstens einmal auf der Stecke messen. Im Oktober 2005 wurde dann versucht, ein solches Turnier einmal durchzuführen, um zu sehen, ob es Spass macht und vor allem, ob es machbar ist. Für dieses Probeturnier begeisterten sich gleich 12 Mannschaften. Das war auf der einen Seite zwar sehr positiv, zeigte es doch das Interesse an diesem Sprint-Rennen-Modus, auf der anderen Seite war es aber auch schon die Grenze der Organisation, weil dieses Mini-Turnier an einem einzigen Abend stattfinden sollte. Es ging jedenfalls hoch her und es wurden am Ende nicht alle Teams damit glücklich, aber der Grundstein war gelegt für den Sprint-Cup, den wir seit 2006 in einem ausgedehnteren Rahmen, nämlich als Jahres-Meisterschaft im Turniermodus durchführen.

Sprint-Cup 2009:

Der jetzt abgeschlossene BSV Sprint-Cup 2009 war bereits die vierte Auflage dieses Konzeptes und es kommen jedes Jahr neue Teams hinzu. Da es die turnierartige Durchführung erfordert, dass von Anfang bis Ende alle Mannschaften bei der Stange bleiben, wird jeweils im Vorwege eine ordentliche Ausschreibung verfasst und die BSGen können dann daraufhin eine sogenannte Blocknennung für ihre Teams abgeben. Damit wird dann die Nenngebühr fällig, die an den BSV als buchführendes Organ bezahlt wird und mit der alle Kosten für die Teilnahme an dieser Rennserie abgedeckt sind. Im Grunde ist es nicht mehr, als ein Vorauszahlen der Kartbahn-Mieten. Damit erhält dann der BSV die (insbesondere finanzielle) Sicherheit, um die Kartbahnen mit den erforderlichen Rennkarts zu mieten. Auch die Ausschreibungen sind auf der o.g. Internetseite zum Download zu finden. Im 2009-er Sprint-Cup traten insgesamt 10 Teams an. An 10 festgelegten Renntagen wurden insgesamt 20 Rennen durchgeführt, wobei jedes einzelne Team genau bei 6 dieser Rennen zum Einsatz kam.

Die dabei gesammelten Team-Punkte führten die Teams in ein Ranking, nach dem sie dann zum alles entscheidenden Finaltag in eines der Finalrennen gesetzt wurden. Das sogenannte D-Finale bot den 3 letztplatzierten Mannschaften die Möglichkeit, um den 8., 9. und letztendlich die Rote Laterne zu fahren. Im C-Finale waren die Mannschaften gesetzt, die nach dem o.g. Ranking die Plätze 5, 6 und 7 innehatten. Der besondere Anreiz dieses Rennens war, dass der Sieger noch in das B-Finale aufsteigen konnte, in dem nur 2 weitere Teams fest gesetzt waren, nämlich die mit dem Ranking-Plätzen 3 und 4. Auch für das A-Finale waren nur 2 Mannschaften gesetzt, nämlich die beiden Bestplatzierten der Hauptrunde, also mit dem Ranking 1 und 2. Diese sollten am Ende des Abends dann noch den Sieger des B-Finales hinzugesellt bekommen und mit ihm um die ersten 3 Gesamt-Plätze kämpfen.

Und so liefen die Finals 2009:

Das D-Finale in diesem Jahr bestand aus den Mannschaften von Nestlé, dem Hamburg-Airport und der 2. Mannschaft der Firma Alice. Da das Flughafen-Team an diesem Abend auf ihren stärksten Mann verzichten mussten, konnten die Mannen um Teamchef Andreas Proy nicht um den Sieg in diesem Rennen mitreden. Auch das Team von Nestlé hatte an diesem Abend Personalsorgen, denn auch einer ihrer Stärksten konnte nicht teilnehmen, weil er an einer Traum-Hochzeit teilnehmen musste, und das auch noch als Bräutigam 😉 Das 2. Team vom Telefonanbieter Alice hat sich im Laufe dieses Jahres immer mehr gesteigert und verlangte dem erfahrenen Nestlé-Team um Thomas Weinhöbel alles ab. Das Ergebnis war dann auch hauchdünn, und zwar 26 Punkte je für Nestlé und für Alice-2! Das entscheidende Zünglein an der Waage war damit die bessere Einzelplatzierung, wo Siggi Pildner mit dem Rennsieg knapp vor Chi-Heng Yung von Alice-2 lag und damit den 8. Gesamtrang für sein Nestlé-Team holte.

Das C-Finale wurde bestritten vom Team der Generali (früher Volksfürsorge), den Unternehmensberatern der Entitec AG und der 1. Mannschaft von Alice. Hier gelang es dem Team-Leader von Entitec, Holger Schemion, im Qualifying die Pole-Position knapp vor Detlef Quade von Generali herauszufahren. Die beiden konnten diese Reihenfolge auch bis zum Ende durchhalten, trotzdem gewann das Team von Generali knapp aufgrund der besseren Platzierungen der übrigen Teammitglieder. Die drei besten Generalis, die in die Teamwertung einflossen, landeten auf den Plätzen 2, 3 und 5 und brachten so ein Punktekonto von 25 zusammen, womit sie Entitec um 3 Punkte schlugen. Das Team Alice-1, angeführt von ihrem Kapitän Mirco Fischer konnte sich nur 14 Punkte ergattern, womit sie über den 7. Gesamtrang nicht hinauskamen. Entitec belegt so in 2009 den 6. Platz, während für Generali der Abend noch nicht gegessen war. Mit ihrem Sieg sollten sie schließlich noch im B-Finale ein Wörtchen mitreden.

Pünktlich um 19:15 Uhr startete das B-Finale, in dem neben dem aufgerückten Generali-Team zwei Teams aus der großen Airbus-SG gesetzt waren. Die Hackordnung bei Airbus-1 und Airbus-2 war eigentlich schon klar definiert, nämlich Airbus-2 vor Airbus-1. Allerdings hatte Airbus-1 mit Dirk Vester einen sehr stark aufgeigenden Frontmann aufgeboten, der sich lediglich der Renn-Amazone von Airbus-2, nämlich Claudia Aßhoff, geschlagen geben musste. Claudia gewann das B-Finale und da auch die Plätze 3 und 4 für Airbus-2 gewertet wurden, zog erwartungsgemäß auch diese Mannschaft mit 29 erkämpften Punkten das letzte Ticket ins A-Finale. Das unterlegene Team Airbus-1 belegte damit den 4. Platz im Gesamtklassement und wurde am Ende fast noch vom Team Generali eingeholt, die lediglich mit 14 gegenüber 16 Punkten unterlagen.

Das A-Finale:

 

Der Höhepunkt des Abends, das A-Finale um den Gesamtsieg 2009, begann um 20:00 Uhr. Mit dem Team von SG Stern, der Betriebssport-Abteilung des Daimler-Konzerns, sollte eigentlich ein weiterer Titel unter Dach und Fach gebracht werden. Dominiert wird dieses Team von ihren beiden stärksten Fahrern, Oliver Seeling und Christoph Lassen. Aber auch das stärkste der Airbus-Teams, nämlich Airbus-3, weiß, wo Bartel den Most holt. Vertreten durch ihre Stärksten, Thomas Schmitz und Thomas Dreyer, sollten sie den Silbernen durchaus Paroli bieten können. Das aus dem B-Finale aufgerückte Team Airbus-2 sollte zwar nominell beiden gesetzten Teams unterlegen sein, aber auch hier zeigte sich wieder die schnellste Kartfahrerin Hamburgs von ihrer besten Seite und sortierte sich zunächst auf dem 6. Platz ein. Und noch 2 Plätze weiter vorn drohte ein weiteres Airbus-2-Mitglied, nämlich der junge Benjamin Peithmann, den großen Brüdern von Airbus-3 entscheidende Punkte wegzunehmen.

Da allerdings neben den beiden erwarteten ersten Plätzen durch Oliver und Christoph die weiteren SG-Stern-Mannen schwächelten und nur die Plätze 11 und 12 belegten, witterte denn auch der Teamkoordinator der Airbus-Teams, Ralf Kühnert, Morgenluft und rechnete scharf nach: Wenn Airbus-3 die Plätze 3, 4 und 5 belegen würden und die Platzierungen der SG-Stern so blieben, hätte man mit Airbus-3 genau einen Punkt mehr als die auf dem Ergebnis-Zettel. So lief er aufgeregt am Streckerand hin und her und gab mittels Tafeln Anweisungen an seine Teams, wonach dann der hinter den schnellen Airbus-2-Teammates fahrende Thomas Dreyer für Airbus-3 nach vorn durchgereicht wurde. Hier zeigte sich, es auch Vorteile haben kann, wenn man im entscheidenden Moment 2 der 3 Teams in einem Rennen stellt. Auf der anderen Seite stellte es aber klar, dass die Team-Wertung hier wirklich eine Team-Wertung ist: wenn nur 2 von 4 Leuten alles überflügeln, so kann es auch mal nicht reichen, um das Rennen gewinnen. Von diesem Standpunkt aus fassten dann die knapp geschlagenen SG-Stern-Mannen die Niederlage sportlich auf und wollen im nächsten Jahr erneut angreifen. In diesem Jahr haben sie dafür auch bereits eine Reihe anderer Serien für sich entscheiden können.

Siegerehrung:

Im Anschluss an die Finals wurde dann zünftig zur Siegerehrung geschritten. Der große Airbus-Clan hatte eine 3-Liter-Magnum-Flasche mit leckerem Sekt spendiert, aus der alle Beteiligten ein Glas zum Anstoßen abbekamen. Außerdem bekam jedes Team, das eines der Finalrennen für sich entscheiden konnte, einen Siegersekt vom BSV-Organisationsteam. Die Pokale für die Mannschaftsleistungen wurden in diesem Jahr vom hauptamtlichen Verbands-Obmann Holger Todt überreicht, der sich in diesem Jahr erstmalig das Sprint-Cup-Finale live vor Ort ansah. Er und auch sein Frau, die ihn begleitete, zeigten sich begeistert von der Renn-Action und auch von dem sportlichen Miteinander in dieser Rennserie. Er selbst hatte auch schon einmal das Kartfahren ausprobiert, musste aber feststellen, dass sein Können nicht an die Protagonisten dieses Abends heranreicht. Davor hat der liebe Gott natürlich die regelmäßige Übung gesetzt. Aber auch die Helden dieser Serie sind klein angefangen. Und der bzw. die Eine oder Andere steht dabei auch noch nicht am Ende seines/ihres Potentials. Nachdem die Ehrenpreise, einschließlich Medaillien für alle gewerteten Teilnehmer des Jahres, vergeben worden sind, wurde noch gemeinsam in lustiger Stimmung miteinander das Erreichte gefeiert.

Ausblick:

Für das kommende Jahr stehen leichte personelle Veränderungen an, denn Holger Schemion, Obmann der BSV-Kartsparte und der Motor und Macher dieser Serie, will sich langsam aus diesem sehr zeitaufwändigen Geschäft zurückziehen und hat vor, mit Mirco Fischer vom Alice-Team einen Nachfolger aufzubauen, der dann möglichst ab der kommenden Saison den Sprint-Cup ausrichten soll. Dazu muss natürlich zunächst einmal das umfangreiche Druiden-Wissen weitergegeben werden. Der Reiz dieser Serie liegt nämlich nicht zuletzt an einer durchdachten Organisation mit ausgefeilten Ergebnisdiensten, die ohne ein ausgefeiltes Formelsystem in einer gehüteten Tabellen-Kalkulation nur schwer denkbar sind. Der erste Schritt dieses Gespanns wird zunächst die Ausarbeitung der Ausschreibung für das Jahr 2010 sein, welche bis Ende November fertig sein soll. Diese wird dann wieder an alle Interessierten via E-Mail versendet und kann auch auf der Internetpräsenz der Kart-Sparte heruntergeladen werden.

Und wenn alles gut geht, treffen sich die etablierten Teams und ggfs. neue Rookies im März 2010 zum neuen Kräftemessen. Bis dahin gibt es die gewohnte und verdiente Winterpause. Es lohnt sich aber, nicht in Winterschlaf zu verfallen, sondern hin und wieder im Internet Neues aus und um die Kart-Sparte des BSV zu erfahren. Teil der Präsenz ist auch ein Community-Forum, auf dem sich (fast) alle Teilnehmer mittlerweile tummeln. Vorbeischauen lohnt sich.

Wer noch nicht genug Informationen zum Kart-Betriebssport bekommen hat, kann sich jederzeit an das Organisations-Team wenden. Am einfachsten über E-Mail an die Adresse kontakt@kartliga-hamburg.de.

 

Macht mit 8-))

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